Prof.Dr.W.Kubitzki, FH Kaiserslautern, Sto Zweibrücken, Studiengang Mikrosystemtechnik, 27.01.2003, V3
Eine Methode, um Terme darzustellen, die z. Bsp. bei der Ermittlung von Polynomnullstellen entstehen.
Aufgabe |
Für ein quadratisches Polynom in der allgemeinen Form mit den Koeffizienten a, b und c werden die Nullstellen x1, x2 gesucht, dies entspricht einer. Zerlegung in die Linearfaktoren (x-x1)(x-x2) |
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Die Lösung in allgemeiner Form lautet. |
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Problem |
Ist der Ausdruck unter der Wurzel kleiner als Null, also b2<4ac, so ist eine Wurzel aus einer negativen Zahl zu ziehen. |
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Lösung |
Die Einführung der Wurzel aus negativen Zahlen führt zu einer Erweiterung des Zahlenbegriffes, sie heißen imaginäre Größen. Für b2<4ac lautet die Lösung demnach |
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Eine imaginäre Einheit ist die Wurzel aus "-1" und erhält die Bezeichnung i oder j (Elektriker verwenden j). |
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Komplexe Zahlen sind Terme, die aus reellen Zahlen und imaginären Zahlen zusammengesetzt sind. |
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Der Term x wird als Realteil, der Term y als Imaginärteil bezeichnet. |
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Beispiel |
Ein quadratisches Polynom sei gegeben |
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Die beiden Nullstellen x1 und x2 lauten |
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Der Realteil beträgt 1, der Imaginärteil beträgt +2 bzw. -2 |
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Komplexe Zahlen werden in der komplexen Zahlenebene als Zeiger dargestellt
und können durch Addition von Real- und Imaginärteil einfach behandelt
werden. Komplexe Größen werden in der Notation unterstrichen dargestellt.
Auf der Abszisse (reelle Achse) sind die reellen Komponenten
der komplexen Zahl, auf der Ordinate (imaginäre Achse)
die imaginären Komponenten aufgetragen. Die beiden Lösungen x1=1+2j und x2=1-2j sind die beiden
Zeiger im Diagramm. Die beiden Zeiger sind spiegelbildlich zur reellen Achse,
da sich die Imaginärteile nur durch das Vorzeichen unterscheiden und der
Realteil gleich ist. Nach dem Fundamentalsatz der Algebra treten komplexe Lösungen
stets paarweise auf und sind zueinander konjugiert komplex.
Für die Darstellung komplexer Zahlen werden drei unterschiedliche Formen verwendet. Jede Form kann durch eine algebraische Beziehung in die andere überführt werden. Sie werden entsprechend der beabsichtigten Anwendung eingesetzt. Im Prinzip entsprechen die Formen denjenigen, die auch zur Darstellung eines Spaltenvektors mit zwei Zeilen verwendet werden. Die drei Darstellungsarten sind:
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Aus
der grafischen Darstellung sind die Zusamenhänge zwischen den einzelnen
Darstellungsformen zu ersehen.
ist der Winkel des Zeigers, den dieser im mathatisch positiven Sinn mit
der reellen Achse einschließt.
Die Umwandlung der einen Darstellungsform in die andere erfolgt an Hand der Beziehungen aus der Trigonometrie für ein rechtwinkliges Dreieck.
Es sind dies:
Der Betrag z |
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Der Winkel |
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Der Realteil x |
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Der Imaginärteil y |
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Für die Addition bzw. Subtraktion komplexer Zahlen ist die Komponentenform die geignete Darstellungsform.
Gegeben sind zwei komplexe Zahlen in Komponentenform |
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Summe |
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Differenz |
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Beispiel:
Die beiden komplexen Zahlen |
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Summe |
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Differenz |
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Zur Addition von komplexen Zeigern muß ein Zeiger in das Ende des anderen
Zeigers parallel verschoben werden, der resultierende Summenzeiger ist die längere
Diagonale des Parallelogrammes. Zur Subtraktion ist die kleinere Diagonale des
Parallelogrammes zu nehmen, die Richtung ergibt sich wie bei der Maschenregel
oder der Vektorrechnung.
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Komplexe Zahlen werden addiert bzw. subtrahiert, indem man ihre Komponenten addiert bzw. subtrahiert. |
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Wenn zu einem Zeiger z ein Zeiger z* erstellt wird, dessen Realteil x identisch dem Realteil z ist und dessen Imaginärteil betragsmäßig genauso groß ist, aber das entgegengesetzte Vorzeichen trägt, so ist der Zeiger z* konjugiert komplex zum Zeiger z. |
Beispiel: Der konjugiert komplexe Zeiger von z1 wäre
z1*=3-j2. Es ist sofort nachprüfbar, daß
beide den gleichen Betrag
besitzen. Grafisch entsteht z1* durch Spiegelung
des Zeigers an der reellen Achse.
Für die Multiplikation komplexer Zahlen ist die Exponentialform die
geignete Darstellungsform.
Produkt in Komponentenform |
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Produkt in Exponentialform |
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Komplexe Zahlen weden in der Exponentialform multipliziert, indem die Beträge multipliziert und die Phasenwinkel addiert werden. |
konjugiert komplexes Produkt |
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Multipliziert man eine komplexe Zahl z mit ihrer konjugiert komplexen z*, so erhält man das Quadrat des Betrages z2. |
Auch für die Division ist die Exponentialform bevorzugt zu verwenden.
Komponentenform: |
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Expomentialform |
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In Komponentenform werden Zähler z1 und Nenner z2 mit der konjugiert komplexen z2* erweitert ("Nenner reell machen"), damit im Zähler wieder Real- und Imaginärteil zusammengefaßt werden können. |
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Komplexe Zahlen werden in der Exponentialform dividiert, indem der Betrag des Zählers durch den Betrag des Nenners dividiert und der Winkel des Nenners vom Winkel des Zählers subtrahiert wird. |
konjugiert komplexer Quotient |
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Der konjugiert komplexe Quotient zweier komplexer Zahlen ergibt sich als Quotient des konjugiert komplexen Zählers und des konjugiert komplexen Nenners. |
Komponentenform: |
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Exponentialform |
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Der Kehrwert einer komplexen Größe hat die Richtung seiner konjugiert Komplexen ( Spiegelung an der reellen Achse), seine Länge ist der Kehrwert des Betrages. |
Aufgabe 1: Gegeben sei folgende Funktion: f(z)=z²-8z+25 für z aus C.
Aufgabe 2:Gegeben sei folgende Funktion: f(z)=z²+az+5 für z aus C; -5<=a<=5; a aus z
Aufgabe 3: Berechnen Sie von folgenden komplexen Zahlen die Exponentialformt
Aufgabe 4: |
Berechnen Sie |
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Aufgabe 5: Was ergibt:
a. |
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b. |
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c. |
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d. |
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Aufgabe 6: |
Berechnen Sie die arithmetische Form von |
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Aufgabe 7: |
Lösen Sie die Gleichung |
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Zur Kontrolle Ihrer Rechnungen könnnen Sie die beiden nachfolgenden Applets verwenden.
Dieses Applet erlaubt Ihnen, komplexe Zahlen von der Komponentenform in die
Exponentialform zu konvertieren und umgekehrt.
Wählen Sie im Auswahlfeld die Eingabeform. Geben Sie bitte den gewünschten Real- und Imaginärteil
ein oder den Betrag und den Phasenwinkel (in Grad) und betätigen den Button
Berechnen. Haben Sie als Eingabeform Komponenten gewählt, erfolgt die Ausgabe
des Betrages und des Phasenwinkels. Bei Auswahl der Eingabeform Exponential
erhalten Sie die Ausgabe in Komponentenform. Statt eines Kommas verwenden Sie
bitte wie üblich einen Punkt.
Dieses Applet erlaubt Ihnen, komplexe Zahlen
Wählen Sie im Auswahlfeld die gewünschte Operation. Geben Sie bitte
jeweils den gewünschten Real- und Imaginärteil ein und betätigen
Sie den Button Berechnen. Sie erhalten das Ergebnis der Operation sowohl
in Komponentendarstellung als auch in der Exponentialform. Statt eines Kommas
verwenden Sie bitte wie üblich einen Punkt. Bei Anwendung der Divisionsoperation
müssen sowohl Real- als auch Imaginärteil von z2 von Null verschieden
sein.